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Die 7 Forderungen des 100ee-Netzwerks

Damit die Energiewende weiterhin positiv gestaltet werden kann, fordert das Netzwerk der 100ee-Regionen:

1. Energiewende regional und dezentral entwickeln

Die angestrebten hohen Versorgungsanteile erneuerbarer Energien bedingen die konsequente Nutzung regionaler Potenziale. Regionale Akteure verfügen über das notwendige Know-how und effiziente Umsetzungsstrukturen vor Ort. Zentrale Versorgungsoptionen wie die Windenergienutzung auf See oder Solarenergie aus der Sahara können hingegen nur begrenzte Anteile liefern und erfordern einen massiven Ausbau des Höchstspannungsnetzes. Die zukünftige Deckung des Energiebedarfs mit dem Ziel einer Vollversorgung aus erneuerbaren Energien (Wärme, Strom, Mobilität) wird sich deshalb schwerpunktmäßig auf die regional vorhandenen erneuerbaren Ressourcen sowie die Erschließung von Effizienzpotenzialen stützen. Dies erfordert den konsequenten Ausbau der dezentralen erneuerbaren Energien mit hohen jährlichen Zubauraten. Potenziale zur Nutzung erneuerbarer Energien sind in Deutschland ausreichend vorhanden. Auch in städtischen Ballungszentren können durch Stadt-Umland-Kooperationen nachhaltige Versorgungslösungen entwickelt werden. Die verfügbaren regionalen Potenziale müssen unter aktiver, auch wirtschaftlicher, Beteiligung der Bürger konsequent und mit hohem Zubautempo erschlossen werden. Die politischen Rahmensetzungen und Förderrichtlinien müssen dies ermöglichen.
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2. Kommunen stärken und besser einbinden

Kommunen sind bereits seit Langem als bürgernächste Ebene mit Vorbildfunktion in der dezentralen Energiewende aktiv: von der Planung, Errichtung und Nutzung erneuerbarer Energiequellen über das Energiesparen, eine klimafreundliche Beschaffung oder kommunal vorbildhafte Verkehrspolitik und Bauleitplanung bis hin zu ihrer Funktion als Plattform für Informations-, Beratungs- und Förderangebote. Sie tragen mit ihrer Kompetenz und ihren Aktivitäten maßgeblich zum Erfolg der Energiewende bei. Kommunen  müssen stärker als Partner  in Energiewendeprozesse und Gesetzgebungsverfahren einbezogen werden. Hierfür ist eine bessere Ausstattung mit Personal und finanziellen Mitteln notwendig.
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3. Regionale Wertschöpfung als Leitprinzip verankern

Mit regionaler Wertschöpfung wird regionales Kapital in die mittelständische Wirtschaft sowie in regionale Produkte und Dienstleistungen investiert. Damit werden vor Ort Wirtschafts- und Beschäftigungseffekte initiiert und kommunale Haushalte entlastet. Wichtig ist, Wertschöpfungsketten in den Regionen möglichst so zu gestalten, dass das Vermögen in den Regionen verbleibt. Chancen für die regionale Wertschöpfung ergeben sich durch regionale Wirtschaftskreisläufe und die Einbeziehung von Bürgern und mittelständischen Unternehmen, die regionale Energie sowohl erzeugen als auch konsumieren. Die Rahmenbedingungen (z. B. Ausschreibungsmodelle) dürfen die Märkte für regionale Wertschöpfung nicht behindern.
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4. Strom-, Wärme- und Mobilitätssektor integrieren

Die Energiewende muss neben der Strom-, auch  eine Wärme- und  Mobilitätswende sein und auch Fragen der Verbrauchsvermeidung umfassen. Erst die Integration der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr mit dem Energieträger Strom als zentralem Element wird den Erfordernissen und Eigenschaften der erneuerbaren Energien gerecht. Die überwiegenden Erzeugungsanteile stammen aus Sonne und Wind, wobei auch die übrigen Erneuerbaren, wie Biomasse, Umwelt- und Erdwärme sowie Wasser, ihren Beitrag liefern müssen. Es wird eine umfassende Energiewende gefordert, die neben dem Wachstum (Ausbau der erneuerbaren Energien und Effizienztechnologien) auch Vermeidung und Reduktion der Verbräuche berücksichtigt. Auch Restriktionen und der kurzfristige Ausstieg aus Risikotechnologien und klimaunverträglichen Ressourcen, wie der Braunkohle, sind hierfür notwendig.
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5. Deutschland als Energiewende-Technologiestandort erhalten

Deutschland ist Vorreiter und Technologieführer im Bereich nachhaltige Energieversorgung und Energieeffizienz und genießt weltweit eine hohe Anerkennung. Insbesondere die mittelständische Wirtschaft mit ihren hochwertigen Produkten und Dienstleistungen arbeitet erfolgreich an einem weltweit nachhaltigen Umbau der Energiesysteme. Die Technologieentwicklung erfolgt unter einem wachsenden internationalen Wettbewerb, wobei die Bedeutung der heimischen Märkte auch als Schaufenster zunehmend wichtiger wird. Für die weitere Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen ist es entscheidend, auch zukünftig in dynamisch wachsenden heimischen Märkten ihre Erzeugnisse in Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen, praxisnahen Anwendern und Netzwerken kontinuierlich weiterzuentwickeln. Dieser mittelständische Entwicklungsansatz für einzelne Komponenten, Anlagen und ganze Versorgungssysteme stellt eine wichtige Basis für den zukünftigen Wohlstand dar, der nicht durch begrenzende Ausbaudeckel gefährdet werden darf.
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6. Regionale Energiemärkte aufbauen

Benötigt wird eine neue Energiemarktordnung, in der die erneuerbaren Energien im Zentrum stehen und die sowohl den Elektrizitäts-, als auch den Wärmesektor umfasst. Weil Sonne und Wind fluktuierend sind, muss das Energiesystem insgesamt auf Flexibilität ausgelegt sein. Weiterhin muss eine neue Energiemarktordnung auch externe Kosten abbilden, um die bisherige Ungleichbehandlung von erneuerbaren Energien gegenüber fossilen und atomaren Energieträgern aufzuheben. Erforderlich sind eine Stärkung der regionalen Energievermarktung, verlässliche, an sinkenden Kosten orientierte Vergütungen, der weitere Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, die schrittweise Markteinführung von Lastmanagement und langfristig der Einsatz von Energiespeichern.
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7. Positive Energiewendekultur entwickeln

Die Energiewende ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe mit vielfältigen Veränderungsprozessen. Sie benötigt deshalb auch weiterhin eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung und Akteure mit starker Motivation, Mut und Durchsetzungskraft. Dazu ist es notwendig, möglichst breit und umfassend die langfristigen Ziele, Hintergründe und Alternativlosigkeit der Energiewende zu kommunizieren. Vermittelt werden muss sowohl Fachwissen, als auch eine positive Kultur der Veränderung. Es geht also um Kopf und Herz. Die Transformation der heutigen Kulturlandschaft in eine integrierte Energielandschaft gilt es durch verschiedene Dialog- und Prozessformen aufzuzeigen, um die Akzeptanz zu steigern. Angeboten wird, diese positive Energiewendekultur gemeinsam mit der Bundes- und Landesebene zu formulieren und mit den Kommunen und gesellschaftlichen Gruppen aktiv auszugestalten und umzusetzen.
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Die Stimme der Regionen: Energiewende positiv gestalten!
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