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Community Power Conference in Fukushima

Auf Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung und des ISEP Institute for Sustainable Energy Policies nahm Peter Moser an der 3. Community Power Conference in der Präfektur Fukushima am 1. und 2. Februar 2014 teil.

Gezielt wurde die Konferenz in Fukushima ausgerichtet, der stark von der Reaktorkatastrophe gezeichneten Präfektur. Neben einer Exkursion am Vortag in die besonders verstrahlte Küstenregion, an der immer noch eine nukleare Zeitbombe tickt, wurde der erste Tag im Binnenland gelegenen Fukushima City und der zweite Tag in Kitakata, gelegen in der westlichen Bergregion, ausgerichtet. Hintergrund für den Ausrichtungsort war auch, dass die Präfektur Fukushima den Beschluss gefasst hat, sich bis 2050 vollständig aus Erneuerbaren Energien versorgen zu wollen. Dieser japanischen Energiewende folgen immer mehr Regionen und Kommunen, die ihre Energieversorgung vollständig umstellen wollen. Darunter auch die Präfektur Nagano oder ein Bündnis von atomenergiefreien Städten, dem sich bisher 89 Kommunen angeschlossen haben.

Die vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien unter umfassender Bürgerbeteiligung war auch das zentrale Thema der Konferenz. Etwa 300 Teilnehmer waren anwesend, darunter auch eine internationale Delegation mit Vertretern aus Australien, Kanada, Schweden, Dänemark und Deutschland. Peter Moser referierte an beiden Tagen, stellte Ergebnisse aus dem Netzwerk der 100ee Regionen vor, wobei er insbesondere auf die Themen Masterpläne, regionale Wertschöpfung, 100ee Szenarien und Bürgerbeteiligung einging. Ergebnis der Konferenz war eine Deklaration, die eine umfassende Energiewende, vor allem auf regionaler Ebene einfordert.

Zum Reiseprogramm von Peter Moser gehörten neben der Konferenz aber noch verschiedene Veranstaltungen in Japan. In Tokyo fanden eine Pressekonferenz sowie eine Vorstellung der Ergebnisse im Abgeordneten Haus und in der Deutschen Botschaft statt. Weiterhin gab es einen Erfahrungstausch mit einer Wissenschaftlergruppe aus Hokaido und ein Gespräch mit der Organisatorin des nuklearstromfreien Städtenetzwerks. Weiterhin brachte er sich mit einem Vortrag in einen Fachworkshop zum Thema regionale Wertschöpfung  der Ritsumeikan Universität ein.

Letzte Station der Japanreise war die Region Kyoto. Hier wurde neben einem Beratungsgespräch in der Stadtverwaltung von Konan City ein Energiewende-Workshop mit Vertretern aus Wissenschaft, Verwaltung und Bürgerschaft ausgerichtet, in dem die Möglichkeiten eines dezentralen Energiesystems diskutiert wurden. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass sich in Japan, vor allem auf der kommunalen Ebene sehr viel bewegt. Dies ermutigt, die nächsten Schritte gemeinsam anzugehen, welches auch Ziel der internationalen Kampagne „Go 100% RE“ ist.